Mittwoch, 2. März 2011

Einsamkeit

Autofahrten... Ich liebe sie.
Ich kann so herrlich assoziieren, den Gedanken freien Lauf lassen, mich durch musikalische Emotionen weiterführen lassen...

Heute beschäftigte mich auf einmal die Frage, warum ich von bestimmten Filmen so fasziniert bin. Wieso sie mich emotional so packen, ergreifen und sogar zum weinen bringen. Vor allem drei Filme möchte ich mal nennen: King Kong, Die Schöne und das Biest, und der talentierte Mr. Ripley

Kurze Zusammenfassung für die, die bei Filmen nicht so bewandert sind:
KING KONG
Mann will Film auf Insel drehen - entdeckt riesen Affe KONG - KONG verliebt sich in hübsche Blondine - großes Tohuwabohu, Mann fängt KONG aber ein und nimmt ihn mit nach New York. Stellt ihn dort im Theater aus - Vieh flüchtet - KONG wird auf Empire State Building von der Armee erschossen. Schlussszene: "Beauty killed the beast" - Die Schönheit hat das Biest getötet.

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST
Haha, schon wieder Biest. Naja... Mädel hat nen Wissenschaftler als Vater - der will neueste Erfindung in anderer Stadt vorstellen - verläuft sich und kommt ins Schloss vom verzauberten Prinzen, dem "Biest". Mädel erfährt davon - lässt sich eintauschen - Vater zurück im Dorf macht Stimmung gegen das Biest, selbstverliebter Mann will die Schöne retten - die verliebt sich aber ins Biest - großer Kampf - am Ende ist der Bann gebrochen, weil sich beide die Liebe gestehen und alle sind glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

DER TALENTIERTE MR. RIPLEY
Junger Mann wird von Vater beauftragt seinen Sohn aus Italien zurück nach Amerika zu holen - Sohn will nicht, lebt mit dem Geld das der Vater dem jungen Mann gibt, bis er Geldhahn zudreht. Dann machts BUMM - Sohn vom jungen Mann erschlagen. junger Mann gibt sich weiter als Sohn aus. Blöd: Frau liebt jungen Mann - Doppelrolle! Alter Freund kommt jungen Mann auf die Schliche, das irgendwas nicht stimmt - Alter Freund auch tot. Junger Mann will weg - Schiffsreise, huch, Frau da. Liebe la la la... Blöd: Kumpel gesteht Gefühle jungem Mann. Junger Mann bringt Kumpel um. Jetzt ist er nur noch junger Mann und niemand anders.

Drei völlig unterschiedliche Filme, aber drei der bewegendsten Filme, die ich je gesehen habe. Während ich so darüber sinniert habe, kam mir der Gedanke der Einsamkeit.
- Kong war der Held auf seiner Insel. Keiner konnte gegen ihn ankommen. Er war völlig zufrieden. Einsam, aber glücklich.
- Das Biest gefangen in Depression und Melancholie. Wer sollte ihn nur lieben können? "Who could ever love a beast?" Voller Bitterkeit im Herzen hat er alle Hoffnung verloren. Einsam und gefangen in sich.
- Junger Mann auf der Suche nach Anerkennung, Liebe, Geborgenheit - doch egal, was er macht: Er findet es nicht. Er setzt sich selbst so unter Druck, dass er sich selbst verliert. Einsam und verloren.

Diese verschiedenen Aspekte zu erkennen und wahrzunehmen finde ich interessant. Wie stark sind die einzelnen Aspekte ausgeprägt? Wo sind sie gut und wo hinderlich?
Und was mir auch kam: es gibt einen deutlichen unterschied zwischen alleinsein und Einamkeit. Gräfin Fito sagte zum Beispiel: "Lieber allein sein als gemeinsam einsam." Getreu dem Motto. Einsamkeit kann zum Problem werden, Alleinsein eine Erlösung sein.

Meine These ist: es liegt vor allem daran, wie man selbst sein Umfeld wahrnimmt. Wie beurteile ich mich in meiner Situation? Bin ich der King? Fühl ich mich von allen verlassen und allein gelassen? Oder bin ich verloren, weil ich mir selbst nicht die Chance zur Veränderung zugestehe und suhle mich in meiner Ungeliebtheit!? (Gibts das Wort überhaupt?)

Das Interessante ist: Jeder hat mit Einsamkeit und Alleinsein zu kämpfen. Je nach Phase mal mehr, mal weniger. Aber warum nicht Einsamkeit auch mal als Chance verstehen?!
- geistig erholen, Geist zur Ruhe kommen lassen
- sich selbst erforschen und wahrnehmen
- Gedanken ordnen
- Kreativität schöpfen
- sein Umfeld besser einordnen können
- den Schöpfer erkennen und in sich spüren

Ich wünsche mir mehr ergreifende Momente, wo ich merke, dass mir Einsamkeit gut tut und ich nicht vergesse, dass ich genug gute Freunde um mich herum habe, die "rehi" sagen, wenn ich wieder auftauche.
Und für Dich: Selbst wenn die Einsamkeit ein Tal (Tal, nicht Teil!) Deines Lebens ist, so gibt es auch wieder die Berg-Auf-Phasen. Versuche sie, als Chance zu erleben.

Monatsspruch März 2011:
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.
Psalm 62,6

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